Abenteuer-Club in Hennef auf Entdeckertour

HENNEF. ?Wo war es denn am schönsten?? Die erste Antwort (?Im Internet?) war sicher nicht ganz das, was Bärbel Höhn hören wollte. Die NRW-Umweltministerin befragte gestern Vormittag in der Regenbogenschule Happerschoß die 16 Kinder, die den Abenteuer-Heimat-Club gegründet haben. Die Grundschüler gingen in Hennef auf Entdeckertouren, die in den Wald, zu einem Bauernhof und auf eine Obstwiese führten. Außerdem bekamen sie Besuch von einem Imker und einem Biolandwirt.

Die lehrreichen Ausflüge und Begegnungen gehörten zur Kampagne ?futureins?, die von der Verbraucherzentrale an elf offenen Ganztagsgrundschulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde mit der Absicht, die Kinder für die Natur, die Produkte und das Handwerk ihrer Region zu begeistern. Alles wurde mit Fotografien dokumentiert, die auch ins Internet gestellt wurden.

Zum Abschluss der Kampagne kamen Bürgermeister, Vizelandrätin und die Ministerin in die Schule, um sich von den Jungen und Mädchen berichten zu lassen, was sie in den zurückliegenden acht Wochen alles erlebt und erfahren haben. Etwa, dass man im Wald keine Glasscherben hinterlassen darf, weil die in der Sonne wie ein Brennglas wirken und so einen Waldbrand auslösen können. Auf die Frage der Umweltministerin, ob die Clubmitglieder weitermachen wollen, ertönte ein lautstarkes ?Jaaa!? Die Kinder werden nicht enttäuscht. Bürgermeister Karl Kreuzberg und Britta Busch von der Arbeiterwohlfahrt erklärten ihre Bereitschaft, die Fortsetzung des Projekts zu unterstützen. Bärbel Höhn wurde zum Ehrenmitglied des Abenteuer-Heimat-Clubs ernannt, ehe dieser noch einmal sein munteres Fan-Lied anstimmte: ?Da bin ich Fan von /Denn hier bin ich zu Haus. / Hier lebe ich /Und hier kenn´ ich mich aus. / Schau dich um in deiner Heimat, / Mensch, hier gibt es viel zu sehen. / Es gibt manches zu entdecken, /Und das meiste ist recht schön. / Es gibt Menschen, Tier, Pflanzen, / Die du bisher noch nicht kennst, / Und ´ne Menge zu erleben, /Schau, dass du das nicht verpennst.?

 

(KR, 14.07.2004)

Ministerin war ganz Ohr für Grundschüler

Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn schaute in Happerschoß nach, was aus ?futureins? geworden ist.

Hennef - Ganz schön aufgeregt waren gestern Morgen die Grundschüler der Regenbogenschule in Happerschoß, besonders die 16 aus dem ?Abenteuer Heimat?-Club. Immerhin sollte gleich eine leibhaftige Ministerin zu ihnen kommen. Und obwohl sie mit großem Bahnhof - darunter drei Bürgermeister und eine Vizelandrätin - empfangen wurde, setzte sie sich doch erstmal ganz ruhig auf eine Bank und lauschte der Präsentation der Ergebnisse.

Die Verbraucherzentrale NRW hat die Kampagne ?futureins? für ein besseres Image von Lebensmitteln aus der Region angeschoben. Eigens aus Düsseldorf war ein Mitglied der Geschäftsleitung, Theo Wolsing, angereist, um für die Idee zu werben. Aus 80 Offenen Ganztagsschulen (OGTS) wurden elf ausgewählt, darunter auch die Happerschosser. ?Augen auf, entdeckt die Heimat und werdet Fans Eurer Region?, diese Botschaft haben sie ernst genommen. Sie besuchten den Bauern um die Ecke, den Hof Bongartz in Heisterschoß, Förster Joachim Pohl zeigte ihnen den Wald, sogar ein Imker, ein Umweltbeauftragter und ein Biogärtner, allesamt aus Hennef, waren mit von der Partie. Was sie gelernt hatten, stellten sie bei der Abschlussveranstaltung vor.

Kartons reichten sie herum, in denen Ministerin, Eltern und Kommunalpolitiker Obst und Gemüse blind ertasten konnten, in einem aufklappbaren Schrank präsentierten sie ihre Ergebnisse. Sofia erzählte von den Bienenwaben und Mascha warnte davor, Glas im Wald liegen zu lassen, das wirke nämlich wie eine Lupe. Bärbel Höhn wollte dann von den Kindern wissen, ob sie weiter machen wollen. Ein begeistertes ?Ja? aus vielen Kehlen scholl ihr entgegen. Sie brillierte mit gutem Wissen über Bienen, bevor sie aufgenommen wurde in den ?Abenteuer Heimat?-Club. Ihre Unterstützung für die Fortführung des Projektes sagte sie ebenso zu wie Bürgermeister Karl Kreuzberg und Britta Busch von der Awo, die die OGTS betreut. Die beiden bekamen von den Verbraucherschützern ein Materialpaket zur Gründung von Clubs in anderen Schulen. Weitere Infos:

www.abenteuer-heimat-club.de

 

(KStA, 14.07.2004)