Stimmenmehrheit für Variante ?A?

VON RALF ROHRMOSER-VON GLASOW

Hennef - So viel Öffentlichkeit wünschte sich so mancher Kommunalpolitiker sicherlich zu vielen anderen Themen auch: Etwa 70 Hennefer hatten am Dienstagabend den Weg in die Meys Fabrik zur Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz, Dorfgestaltung und Denkmalschutz gefunden. Aufreger war vor allem der Tagesordnungspunkt 1.2, die 19. Änderung des Flächennutzungsplanes Bröl. Denn dort sollte festgelegt werden, dass außer dem Kindergarten gut 30 000 Quadratmeter als Bauland ausgewiesen werden sollen.

Umstritten war allerdings nicht die Einrichtung selbst, zu der eine integrative Gruppe für behinderte und nichtbehinderte Kinder gehören soll - wohl aber die Bebauung mit weiteren Einfamilienhäusern. Die Gegner hatten argumentiert, dass das Gebäude zu nahe an die Linie für ein 100-jähriges Hochwasser heranreiche. Zudem nehme die Bebauung der Bröl wichtigen Retentionsraum, führe die Versiegelung der Oberflächen zu schnellerer Einleitung in den Fluss, drückten die Bauten und deren Keller auf den Grundwasserspiegel. Die Bürger von Müschmühle wären die ersten Leidtragenden, auch sie protestierten.

Der Technische Beigeordnete, Fabian Schmidt, stellte zunächst die Planungen vor, zwei Alternativen standen zur Abstimmung. Die Variante A war die weitergehende, die das komplette Areal beplanen will, Variante B sieht weniger Bauland vor. Die Vertreter von CDU und SPD machten klar, dass sie für ?A? plädieren würden. Der Eigenbetrieb Stadtentwicklung hatte das Grundstück gekauft, die Weiterveräußerung kleinerer Flächen sei notwendig, um den Kindergarten mitfinanzieren zu können. ?Man muss die Nase in den Wind halten, auch wenn viele dagegen sind?, sagte SPD-Sprecher Axel Precker. Die Grünen und die Unabhängigen dagegen lehnten das Vorhaben in der großen Fassung ab, die FDP war gespalten.

Schließlich wurde eine geheime Abstimmung beantragt: Mit 13 gegen sieben Stimmen ging die Variante A durch. Die Abstimmung über den Bebauungsplan war dann nur noch reine Formsache.

http://www.rhein-sieg-anzeiger.ksta.de/jrbo/artikel.jsp?id=1157542149815

Kleine Lösung mit größerer Variante

HENNEF. Innerhalb der kleinen Lösung entschied sich die Mehrheit des Hennefer Dorf- und Umweltausschusses für die größere Variante. Nachdem der Geltungsbereich des Bebauungsplans Flutgraben in Bröl verkleinert und die Änderung des Flächennutzungsplans entsprechend auf ein Areal östlich der Straße ?Flutgraben? beschränkt worden ist, stand zur Debatte, ob dort an einem Stichweg Platz für sieben oder nur für vier Wohnhäuser jeweils plus Kindergarten geschaffen werden soll.

Neben der Hochwasserproblematik spielten nicht zuletzt auch die städtischen Finanzen bei der Überlegung eine Rolle. Die kleinere Bauvariante hätte für den hochverschuldeten Stadtentwicklungsbetrieb, der voriges Jahr Grundstücke in der Brölaue erworben hat, Einnahmeverluste von 240 000 Euro zur Folge gehabt.

Grüne, Unabhängige und zum Teil auch die FDP sprachen sich gegen die 7-Häuser-Lösung aus, die den geplanten integrativen Kindergarten für 35 Kinder etwa 30 Meter näher an die Bröl rücken lässt. Sie unterlagen in der Abstimmung jedoch mit 7:13 Stimmen. (kh)

http://www.rundschau-online.de/jkr/artikel.jsp?id=1157552368009