Bürger sollen sich in Berlin beschweren

Eine Diskussion der Grünen zur Ortsumgehung Uckerath lockte rund 150 Interessierte.

Hennef - Das Reizthema Ortsumgehung Uckerath zieht seit Jahrzehnten. So hatten die Hennefer Grünen im Hotel Landsknecht in Uckerath ein volles Haus, als sie mit ihrem Landtagsabgeordneten Horst Becker auf dem Podium eine Bürger-Diskussion über den Sachstand bestritten. Und der ist nach wie vor verzwickt. Der Landesbetrieb Straßenbau in Bonn favorisiert eine Variante, bei der die Umgehung zwischen Bierth und Uckerath von der Bundesstraße 8 abzweigt und nördlich und östlich um den Ort herum führt. Was jedoch mit Bürgerwünschen kollidiert, die im Norden eine komplette Umgehung von Bierth und Uckerath haben wollen. Denn die Bierther, so monierte einer von ihnen in der Versammlung, würden bei der vom Landesbetrieb angestrebten Lösung nicht entlastet.

Ein weiteres Problem dieser Trasse sei, dass sie dem Quellbereich des Ahrenbachs nahe komme, hieß es. Und das wiederum ist ein besonders geschütztes Flora-Fauna-Habitat. Dieses Gebiet dürfe nicht berührt werden, warnte Becker. Es sei denn, es gebe keine andere Lösung.

Die Initiative "Bürger und Natur Uckerath" hält nach wie vor an ihrer Variante einer Querspange bei Vierwinden bis zur Autobahn 3 fest. Nur das sei eine echte Umgehung und bringe die gewünschte Entlastung für den Ort, argumentierte ein Uckerather. Diese Lösung lehnt jedoch der Landesbetrieb ab, weil er nicht im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen sei.

Der Grünen-Vorstandssprecher, Christian Gunkel, und Becker rieten den Bürgern zur Geschlossenheit. Ebenfalls sei es wichtig, wie die Stadt zu dem Thema stehe, merkte der Landtagsabgeordnete an. Gunkel verwies auf den Ausschuss für Umweltschutz am Donnerstag. Bis dahin sollten die Bürger den Rats-und Ausschussmitgliedern ihre Anregungen und Bedenken vortragen, sagte er. Gunkel gehört diesem Ausschuss an. Beckers Empfehlung: Die Bürger sollten das Für und Wider für die Spange auflisten und sich damit an den Petitionsausschuss des Bundestages in Berlin wenden. Als Betroffene sollten sie sich ins Verfahren einbringen und nicht einfach die bisherigen Planungen hinnehmen. Die seien schließlich noch nicht beschlossen.

 

(KStA, 27.11.2006)

"Spielen Sie bei der Umgehung doch über Bande"

Grünen-MdL Horst Becker empfiehlt den Uckerathern, sich an den Petitionsausschuss des Bundestages zu wenden - Bierther Bürger fühlen sich bei der "Variante 4 m" übergangen

Von Ingo Eisner

Alltägliches Bild: Brummis auf der B 8 in Bierth. Die Anwohner wollen ebenfalls von der geplanten Umgehung profitieren.Hennef. Voll war es im Hotel Landsknecht an der Westerwaldstraße in Uckerath, als die Hennefer Grünen am Donnerstagabend über das brisante Thema Ortsumgehung informierten.

Christian Gunkel, Vorstandssprecher der Grünen, und der Landtagsabgeordnete Horst Becker diskutierten mit zahlreichen Uckerather Bürgern über die Machbarkeit einer für alle Teile befriedigenden Lösung der Verkehrsprobleme.

Horst Becker mahnte zur Geschlossenheit und riet den Bürgern, ihre Bedenken gegen die vom Landesbetrieb Straßenbau favorisierte Variante schriftlich zu fixieren und sich an den Petitionsausschuss des Bundestages zu wenden.

Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt die Uckerather Ortsumgehung Politiker, ohne dass bisher eine adäquate Lösung für eine Verkehrsentlastung zustande gekommen wäre. Rund 14 000 Fahrzeuge, darunter etliche Laster, quälen sich derzeit täglich auf der Bundesstraße 8 durch den Ort.

Weil die Siegtalstraße L 333 zwischen Hennef und Eitorf bis zum 12. November wochenlang gesperrt war, rollten noch mehr Autos und Laster als sonst durch Uckerath. Sechs Trassenvarianten für die Umgehung gab es ursprünglich, doch der Landesbetrieb Straßenbau verfolgt nur noch eine Variante: Eine modifizierte Version der bereits vorgelegten Variante 4, die jetzt 4 m heißt, soll das Allheilmittel sein.

Nach den Vorstellungen der Straßenbauer soll die Umgehung zwischen Bierth und Uckerath am Lescheider Weg von der B 8 abzweigen, im Norden und Osten um den Ort herumführen und am Sportplatz wieder auf die Bundesstraße stoßen. Die Trasse soll 9,1 Millionen Euro kosten, mit einem Baubeginn wird nicht vor 2011 gerechnet.

Am 14. Dezember will der Landesbetrieb die Bürger ab 18 Uhr in der Aula der Realschule über seine Pläne informieren. "Wir wollen eine Ortsumgehung im Norden, die komplett um Bierth und Uckerath herum führt", entfuhr es einem entrüsteten Bürger, der sich darüber ärgerte, dass "Bierth bei dieser Variante umgegangen wird. Wir werden damit nicht entlastet", fügte er hinzu.

Ein weiteres Problem dieser Trasse sei, dass sie den Quellbereich des Ahrenbachs tangiert, ein besonders geschütztes FFH-Gebiet. "Dieses Gebiet muss auch an den Rändern geschützt werden. Es darf nicht tangiert werden, es sei denn, dass keine andere Lösung möglich ist", sagte Horst Becker.

Während des Informationsabends zeigte sich erneut, dass die Uckerather nicht unbedingt Geschlossenheit zeigen bei der Lösung des Verkehrsproblems. Die Initiative "Bürger und Natur Uckerath" lehnt die Variante 4 m weiterhin kategorisch ab und favorisiert eine Querspange von der B 8 bei Vierwinden an der Grenze zu Rheinland-Pfalz bis zur Autobahn Köln-Frankfurt.

Dieser Vorschlag ist aber bereits vom Landesbetrieb abgelehnt worden, weil er im Bundesverkehrswegeplan nicht vorgesehen ist. Dennoch wollen sich einige Bürger davon nicht trennen. "Nur diese Spange ist eine echte Umgehung und bringt für uns Entlastung", sagte ein Uckerather. Becker und Gunkel mahnten zur Geschlossenheit und einer argumentativ durchdachten Vorgehensweise.

"Es ist wichtig, wie die Stadt sich dem Thema stellt", sagte Becker. Gunkel, Mitglied im Ausschuss für Umweltschutz, Dorfgestaltung und Denkmalschutz riet den Anwesenden, vor der Sitzung am nächsten Donnerstag (17 Uhr) die Bedenken "den Rats- und Ausschussmitgliedern vorzutragen".

"Spielen sie doch über Bande", sagte Becker. "Schreiben sie auf, was gegen und was für die Spange spricht, und wenden sie sich an den Petitionsausschuss des Bundestages." Die Bürger sollten sich in das Verfahren einbringen, riet Becker. "Das, was momentan geplant ist, ist schließlich nicht Gesetz."

 

(GA, 25.11.2006)

Petition gegen Straße?

Streit um Ortsumgehungspläne Hennef-Uckerath Kritiker fordern Querspange von A 3 zur B 8

HENNEF. Die umstrittenen Pläne für die Ortsumgehung Uckerath könnten demnächst den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beschäftigen. In einer Informationsversammlung seiner Partei riet Grünen-Landtagsabgeordneter Horst Becker den Straßenbaugegnern, eine Eingabe zu verfassen. Möglicherweise würden die Umgehungspläne dann zurückgestellt, bis eine Querspange von der Autobahn 3 bei Bad Honnef bis zur B 8 bei Vierwinden geprüft sei. Von der Querspange versprechen sich die Umgehungsgegner eine Entlastung der B 8 in Uckerath.

LOKALES SEITE 38

Umgehungsstraßen-Streit bald im Petitionsausschuss?

Info-Abend der Grünen in Uckerath - MdL Horst Becker riet Baugegnern, Bedenken schriftlich einzureichen

von STEFAN LENZ

HENNEF. Erst waren es fünf, dann sechs Varianten. Übrig geblieben ist genau eine Trassen-Führung für die Ortsumgehung Uckerath. Weil sie modifiziert wurde, trägt sie den kleinen Buchstaben m im Namen. Doch auch Variante 4m lehnen etliche Uckerather strikt ab. Sie sind der Meinung, die Verkehrsprobleme würden nicht durch eine Umgehungsstraße gelöst. Das war der Tenor eines Informationsabends im Hotel Landsknecht mit mehr als hundert Besuchern, zu dem das Hennefer Grünen-Ratsmitglied Christian Gunkel und Landtagsabgeordneter Horst Becker (Grüne) eingeladen hatten.

Variante 4m zweigt im westlichen Bierth etwa in Höhe von Tankstelle und Gartengerätebetrieb von der Bundesstraße 8 ab und führt im Bogen nördlich um den Ort, um schließlich zwischen Bebauung und Sportplatz am östlichen Ortseingang von Uckerath wieder auf die B 8 zu stoßen. Wie die Kreuzung mit der Landstraße 268 (Uckerath-Eitorf-Bach) gestaltet wird, steht noch nicht fest. Möglicherweise wird für die Umgehung eine Brücke gebaut. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau ist die Trasse etwa drei Kilometer lang und würde etwa neun Millionen Euro kosten.

In der Versammlung ging es vor allem darum, wie die Straßenbau-Pläne verhindert werden können. Zwar sei nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb im Auftrag des Bundes ausführende Behörde, doch die Erfahrung zeige, so Horst Becker, dass in der Regel nur unumstrittene Projekte zügig vorangetrieben würden. Christian Gunkel forderte mit Blick auf eine Sitzung des Fachausschusses am nächsten Donnerstag dazu auf, die Kommunalpolitiker der anderen Parteien anzusprechen. Schließlich hätten die Fraktionen erklärt, es müsse eine Umgehung her, die Uckerath im Norden komplett umgehe. Variante 4m erfülle diese Anforderung aber nicht.

Becker riet den Umgehungsgegnern, ihre Bedenken schriftlich vorzutragen, wenn das Planfeststellungsverfahren eröffnet sei. Wichtig sei auch, Alternativen wie zum Beispiel ein nächtliches Fahrverbot für Lkw vorzutragen. Der Vorschlag, die Uckerather Pläne aufzugeben und stattdessen eine Querspange zwischen der Autobahn 3 bei Bad Honnef und Vierwinden zu bauen, werde im Planverfahren zwar aus formalen Gründen nicht berücksichtigt. Doch in einer Petition an den Bundestag könne genau das gefordert werden und möglicherweise dazu führen, dass die Umgehungspläne auf Eis gelegt werden, bis die Querspangen-Variante geprüft sei.

 

(KR, 25.11.2006)